News
Kinderarmut in Deutschland e.V.

v.L. Landrat Andreas Müller, Sandra & Wolfgang Kremer, Christa Schuppler, Bürgermeisterin von Wilnsdorf

Rede zur Aushändigung der Verdienstmedaille am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Sandra Jean und Karl Wolfgang Kremer
Dienstag, 07. Mai 2019, 11:00 Uhr, Raum 1317, Kreishaus
Grußwort: Landrat Andreas Müller

Anrede
· Sandra Jean Kremer
· Karl Wolfgang Kremer
· Christa Schuppler, Bürgermeisterin Wilnsdorf
· Vereinsmitglieder „Kinderarmut in Deutschland e.V.“
· Familie und Freunde

Sehr geehrte Damen und Herren,
es kommt nicht oft vor, dass hier gleich zwei Menschen im Mittelpunkt stehen. Aber es freut mich sehr, dass Sie beide schon so lange an einem Strang ziehen und die „Arbeit“, für die Sie heute ausgezeichnet werden, zusammen bewältigen.
Sie haben gemeinsam vor 30 Jahren den gemeinnützigen Verein „Kinderarmut in Deutschland“ gegründet. Daraus sind über die Zeit viele verschiedene Projekte entstanden und ein starkes bundesweites Helfernetzwerk.
Dafür stellten Sie sogar Ihr eigenes Haus und Grundstück bei Wissen als Zentrale und Feriencamp zur Verfügung. Mittlerweile haben Sie es sogar zu 100% an den Verein übergeben und sind zurück ins Siegerland nach Oberdielfen gezogen.
Ihre Maxime lautet „Teilhabe für benachteiligte Kinder“ und durch Ihre Arbeit seit nunmehr 30 Jahren haben Sie Tausenden Kindern in Deutschland ermöglicht z.B. in den Urlaub zu fahren oder ein Weihnachtsgeschenk zu bekommen.

Deshalb, sehr geehrte Frau Sandra Kremer, sehr geehrter Herr Wolfgang Kremer, freue ich mich sehr, Sie heute im Namen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Verdienstmedaille am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland auszuzeichnen. Gleichzeitig überbringe ich Ihnen auch herzliche Glückwünsche von unserem Ministerpräsidenten Armin Laschet und unserem Regierungspräsidenten Hans-Josef Vogel.

Man muss sich doch manchmal wundern, bei all den Nachrichten über die boomende deutsche Wirtschaft, über Milliardengewinne deutscher Unternehmen, über rekordverdächtig niedrige Arbeitslosenzahlen – wie viele Deutsche Familien dennoch in Armut leben.
Der Wohlstand, den viele Deutsche erleben, ist bei weitem nicht in allen Bevölkerungsteilen angekommen. Soziale Ungerechtigkeit ist nicht nur eine hohle Phrase, sondern immer noch ein ernsthaftes Problem in unserer Gesellschaft.
Für mich war das ein Anlass, um in die Politik zu gehen und mich für mehr soziale Gerechtigkeit und Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben einzusetzen. Das ist mitunter ein zähes Ringen.
Sie beide sind einen anderen Weg gegangen, um das gleiche Ziel zu erreichen: Sie bieten mit Ihrem Verein Familien und Kindern ganz konkrete Hilfe.
Mit der Gründung des Vereins war der erste Schritt getan aber die Hauptarbeit lag noch vor Ihnen. Partner mussten gewonnen werden, Spenden gesammelt und Strukturen geschaffen werden.

Erste Vorhaben setzten Sie bereits 1989 in die Tat um. Das erste Indianercamp mit sechs Kindern startete und findet seither regelmäßig jedes Jahr statt. Für viele Kinder nicht selten der erste Urlaub, den sie überhaupt erleben.
Mittlerweile gibt es sogar Reitercamps, Zirkuscamps und viele weitere Freizeitangebote. Vieles können Sie direkt auf Ihrer großen „Ranch“ in Wissen anbieten, wobei Sie demnächst zumindest mit Ihrem Zentralbüro nach Wilnsdorf umziehen. Da ist der Weg von Dielfen ja dann auch etwas kürzer.
Auf Ihrer Internetseite kann man nachlesen, wie wertvoll die Erfahrungen in den Feriencamps für die Kinder sein können. Wenn der Papa im Gefängnis sitzt und die Mama sich um mehrere Kinder kümmern muss, bleibt Urlaub, bleiben Geschenke und vielleicht auch die Zuneigung häufig auf der Strecke.
Die Kinder können für diese Situation nichts, weswegen es Ihnen, liebe Familie Kremer, auch so am Herzen liegt, Momente der Freude zu schenken, aus denen die Kinder Kraft schöpfen können.
Neben den Feriencamps tun Sie das unter anderem durch die Aktion „Engelbaum“. Hierbei stehen neben den Kindern auch die Eltern im Fokus.
Natürlich möchte auch ein Vater, der im Gefängnis sitzt, seinem Kind ein Weihnachtsgeschenk machen. Da das als Inhaftierter oft nicht machbar ist oder in anderen Familien schlicht das Geld fehlt, organisieren Sie mit Partnern und Sponsoren kostenlose Weihnachtsgeschenke für diese Familien.
Es kann aber auch jeder, der helfen möchte, ganz einfach Pate werden und so ist über die Jahrzehnte ein bundesweites Netzwerk an Helfern entstanden, die ganz individuell und mit eigenen Ideen Hilfe für benachteiligte Kinder und Familien anbieten.
Sie haben schon ganz vielen Kindern viele schöne Dinge ermöglicht. Für die meisten mag ein Weihnachtsgeschenk für 26€, das ist Ihr vorgeschriebenes Limit, selbstverständlich oder trivial erscheinen aber viele Kinder in Deutschland haben vielleicht noch nie so ein Geschenk bekommen.
Und wer schon mal leuchtende Kinderaugen zu Weihnachten gesehen hat, der weiß, wie viel plötzlich so eine kleine Geste wert sein kann, für das Kind ebenso wie für denjenigen, der das Geschenk gemacht hat.
Die Themen Teilhabe und Kinderarmut haben durch Ihren Verein mit Sicherheit wertvolle Aufmerksamkeit bekommen.
Teilhabe ist auch für mich schon immer ein Kernthema meiner politischen Arbeit gewesen und ist es immer noch. Und ich führe dieses zähe politische Ringen um soziale Gerechtigkeit, das ich eben schon angedeutet habe, gerne, weil Beispiele wie die Geschichte Ihres Vereins mir zeigen, dass dafür erfolgreich gerungen werden kann und muss.
Jeder Mensch wird zur Teilhabe am Leben geboren und ungeachtet jeglicher Veranlagung, Glaubensrichtung und Sexualität ungeachtet des sozialen Status oder Einkommens sollte jedem Kind und jedem Menschen diese Teilhabe ermöglicht werden.
Sie liebe Familie Kremer haben über die Jahre für Tausende leuchtende Kinderaugen gesorgt und mit Sicherheit auch vielen Eltern geholfen und Mut gemacht.
Dazu kommt 30 Jahre Aufklärungsarbeit und das Netzwerk an Helfern und Sponsoren, das sie etabliert haben. All das taten Sie ehrenamtlich und dafür haben Sie meinen allergrößten Respekt.
Für die Zukunft wünsche ich Ihnen und dem ganzen Verein „Kinderarmut in Deutschland“ weiterhin viel Erfolg.

So viel Engagement und Einsatz wird heute zu recht ausgezeichnet und gewürdigt. Ich sage Ihnen nochmals vielen Dank und gratuliere Ihnen herzlich zu dieser Ehrung und darf nun die Urkunde verlesen.

Persönliche Grüße von Christa Schuppler, Bürgermeisterin von Wilsndorf

Liebe Eheleute Kremer,
gerne möchte ich Ihnen noch einmal auf diese Weise herzlich gratulieren und Ihnen für Ihr herausragendes Engagement danken, wofür Sie zu Recht mit den Verdienstmedaillen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurden. Es war für mich eine große Ehre, bei der Verleihung dabei sein zu dürfen.
Mich hat besonders begeistert, dass Sie beiden Ihr ehrenamtliches Engagement gemeinsam gelebt haben … viele lange Jahre – rd. 3 Jahrzehnte – haben Sie sich gemeinsam mit viel Zeit, Kraft und Herz anderen Menschen gewidmet und haben Gutes getan und Menschen unterstützt, die ansonsten keine oder sehr geringe Unterstützung erhalten hätten. So konnten Sie viele Kinderaugen z.B. durch Geschenke, Freizeiten und Freizeitaktivitäten zum Leuchten bringen.
Sie haben aber viel mehr getan, Sie haben den Kindern – und auch den Eltern – Werte vermittelt, Freude und Hoffnung geschenkt.
Mich hat Ihre Vita sehr berührt und ich bin sicher, dass Sie während der langen Jahre Ihres herausragenden Engagements dicke Bretter bohren mussten, immer wieder zum Teil mühsam um Mitstreiter werben mussten und viel von Ihrer eigenen Kraft gegeben haben. Und sicher mussten – und konnten – Sie sich auch gegenseitig immer wieder Stütze sein.
Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute, viel Gesundheit und Freude bei allem was Sie tun – vor allem aber Gottes reichen Segen.
Herzliche Grüße
Ihre Christa Schuppler

Wir sind Partner im Netzwerk KvI (Netzwerk Kinder von Inhaftierten).
Die Redaktion des KvI hat uns um ein Interview gebeten.

Sandy und Wolfgang Kremer von Kinderarmut in Deutschland e.V.Treffpunkt e.V.: Herr Kremer, wie kamen Sie auf die Idee, sich für Kinder von Inhaftierten zu engagieren?

1973 habe ich mich 22-jährig mit einem Versandhandel selbstständig gemacht. Neben meiner Unternehmensberatung in Köln habe ich zwischen 1973 und 1982 drei weitere Unternehmen im Bereich Handel gegründet. Mein Arbeitstag war von 6:00 Uhr bis 23:00 Uhr sehr eng getaktet und ich nahm mir sehr wenig Zeit für meine Frau und meine beiden kleinen Kinder. Geschäftsideen zu entwickeln, neue Projekte zu initiieren und zu begleiten machte mir großen Spaß. Dann kam der Warnschuss. 1982 hatte ich einen leichten Herzinfarkt, der mich für vier Wochen aus dem Verkehr zog. In dieser Zeit haben wir beschlossen auszusteigen und unser Leben komplett umzukrempeln. Ich wollte für meine Familie nicht nur ein Bild an der Wand sein. Wir verkauften die Firmen und kauften 1983 im Westerwald einen Bauernhof. Dort eröffneten wir eine Hundeschule mit angeschlossenem Hunde- und Katzenhotel. Ich arbeitete weiter als Unternehmensberater – allerdings auf Sparflamme. Mehr Zuhause zu sein, Zeit mit meinen Kindern zu verbringen und mich um benachteiligte Menschen zu kümmern, erschien mir sinnvoller. So begannen meine Frau und ich 1986 als ehrenamtliche Betreuer Menschen in Gefängnissen zu besuchen, um ihnen einen neuen Start zu ermöglichen. Wir starteten im geschlossenen Vollzug der JVA Werl/NRW. Dort boten wir eine wöchentlich stattfindende Kontaktgruppe an, sowie später individuelle Einzelbesuche für an einem Neustart interessierte Menschen. Mit der Hundeschule und dem Hunde- und Katzenhotel finanzierten wir unsere sozialen Aktivitäten.
Um die Mitarbeiter Basis für die schnell wachsende Gefängnisarbeit sicherzustellen, gründeten wir 1989 unseren Verein. Parallel entwickelten wir für inhaftierte Mitbürger ohne soziale Kontakte in unserem Bauernhof eine betreute Wohngemeinschaft. Als Sprungbrett mit dem mittelfristigen Ziel, einen Arbeitsplatz zu finden und danach auszuziehen und wieder selbstbestimmt wohnen zu können. Schnell sprach sich unser Angebot in den JVAs herum und mit weiteren ehrenamtlichen Helfern konnten wir unser Angebot auch in der JVA Geldern und der JVA Aachen anbieten.

Treffpunkt e.V.: Eines Ihrer Projekte sind die Indianercamps, die jährlich zur Sommerzeit bundesweit durchgeführt werden. Dieses Angebot wird gerne von Kindern mit einem inhaftierten Elternteil angenommen.

Durch den regelmäßigen Kontakt während der Inhaftierung bekamen wir auch Kontakt zu den Müttern daheim und die Kinder inhaftierter Mitbürger kamen in unser Blickfeld. Wir stellten fest, die alleinerziehenden Müttter mit ihren Kindern wurden mitbestraft und lebten in der Regel unter dem Existenzminimum. An Urlaub war da nicht zu denken. So entwickelten wir das Projekt Indianercamp.
https://www.kinderarmut-in-deutschland.de/vision-history/kinderurlaub/
Unsere Einladungsflyer sendeten wir an die Sozialdienste und/oder die Seelsorger der JVAs in NRW. Der inhaftierte Elternteil hatte damit die Möglichkeit, für seine daheim gebliebenen Kinder einen spannenden Abenteuerurlaub anzustoßen. So konnte er die Bindung zu seiner Familie aufrechterhalten und die Kinder bekamen auch einen positiven Input über den inhaftierten Elternteil. (mein Papa/Mama hat mir einen spannenden Abenteuerurlaub möglich gemacht).
So entstand 1989 unser erstes Indianercamp für Kinder Inhaftierter in NRW. Ein zum damaligen Zeitpunkt absolut neues Angebot für inhaftierte Mitbürger. Durch die starke Nachfrage mußten wir expandieren. Wir sandten dann unser bewährtes Indianercamp Team auch nach Baden Württemberg, um 1994 in der Nähe von Heilbronn ein Camp in Baden Württemberg ein weiteres Indianercamp durchführte. Ab 1996 haben wir dann das Konzept umstrukturiert
Um die wachsende Nachfrage nach den Hilfsprojekten für notleidende Kinder abzudecken, haben meine Frau und ich 1993 das gesamte Anwesen Ranch Oberhombach unserem gemeinnützigen Verein übereignet. Damit war der Grundstein für das langfristige Projekt „Kinderarmut in Deutschland“ gelegt. https://www.kinderarmut-in-deutschland.de/vision-history/vereinshaus/
Wir sind nicht mehr den gesamten Sommer mit diversen Teams durch mehrere Bundesländer getourt, [Fahrt, 2-Tage Aufbau eines Camps mit kompletter Elektrik und Wasserversorgung, 2 Tage Abbau und Fahrt zur nächsten Camp-Location und dasselbe wieder usw.]sondern wir haben stattdessen auf unserem Vereinsgelände im Westerwald ein festes komplettes Campgelände mit Zeltplatz und festen sanitären Einrichtungen und kompletter elektrischer Versorgung etc. erstellt.
Im angrenzenden Wald konnten die Geländespiele stattfinden.
Die Kinder mußten dann nicht mehr selber bei den jeweiligen Camps anreisen, sondern wir haben mit einem jährlichen Kinder-Taxi- Dienst die Kinder aus den jeweiligen Bundesländern von zuhause abgeholt und nach Rheinland-Pfalz in unser Vereinsgelände Ranch Oberhombach gebracht. Nach einer Campwoche wurden die Kinder wieder heimgefahren und die nächsten Kinder wurden geholt für dass nächste Camp usw.
So konnten auf Ranch Oberhombach viele der beliebten Abenteuercamps für von Kinderarmut betroffene Kindern stattfinden. Viele Teenager haben hier in unserem Vereinshaus während der Beautycamps, Kanucamps und Indianercamps gewohnt, konnten abschalten und auftanken. Notleidende Mütter, die mit ihren Kindern vor prügelnden Ehemännern davonliefen, integrierten wir in unsere Familie und sie konnten in der Abgeschiedenheit unseres Vereinshauses bei uns zur Ruhe kommen.

Treffpunkt e.V.: Wie fanden die Camps in die anderen Bundesländer und gibt es hierfür ein gemeinsames Konzept?

Um den steigenden Mitarbeiter Bedarf zu decken, intensivierten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit.
Während der praktischen Mitarbeit in unseren Camps zeigte sich schnell, wer das Potenzial für eine gemeinsame Expansion in andere Bundesländer hatte.
So konnte bereits 1994 ein erstes Team aus Hessen in unseren Camps hospitieren, das dann 1995 das Indianercamp Hessen startete. 1996 hospitierte eine Frau aus Sachsen, die dann 1997 das erste Indianercamp in Sachsen im Rahmen des GJW (Christliches Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. (Baptisten) anbot. Beide Teams konnten mit unserem bewährten Indianercamp Konzept schnell durchstarten.

Treffpunkt e.V.: Ist der Begriff Franchise in Verbindung mit den Indianercamps richtig?

Franchise ist mehr ein vertraglich festgelegtes Geschäftsmodell. Das passt hier nicht.
Ich würde es eher eine Kooperationspartnerschaft nennen.
Ich kann nur für die von uns initiierten Indianercamps sprechen. Im Rahmen unserer Nachfolgeregelung ab 2013 haben wir unsere Häuptlinge aktiv dabei unterstützt, Verantwortung für Mitarbeiter und Finanzen zu übernehmen. Gründung eines eigenen Vereins, verantwortlich für Mitarbeiter und Schulung, Verantwortlich für die Durchführung eines Indianercamps für Kinder Inhaftierter. Jedes Camp finanziert sich nach der Anlaufphase ausschließlich über eigene Spenden.
Die anderen Indianercamps sind in das christliche Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R. (Baptisten) integriert.

Alle Indianercamps sind über eine sogenannte Kooperationspartnerschaft miteinander im Austausch.
Details finden Sie hier: https://www.indianercamps.de/konzept/

Treffpunkt e.V.: Können Sie beschreiben, aus welchen Mitteln sich die Indianercamps in den einzelnen Bundesländern finanzieren?

Die von uns initiierten Indianercamps finanzieren sich ausschließlich durch private Spenden.

Treffpunkt e.V.: Ihr Verein bietet weitere Projekte an. Welche sind das?

Engelbaum®

Seit 30 Jahren setzen wir uns mit unserem Verein Kinderarmut in Deutschland e.V. für benachteiligte Kinder in Deutschland ein.
Dabei rückten auch die Kinder inhaftierter Mütter und Väter in den Blick, die unter der Trennung vom Vater oder von der Mutter leiden. Ein Weihnachtsgeschenk können diese Eltern ihren Kindern in der Regel nicht machen. Dabei wäre das ein schönes und wichtiges Zeichen der Verbundenheit. Also sind wir aktiv geworden: Inhaftierte Väter oder Mütter können sich bei Engelbaum® melden und ein Geschenk für ihr Kind oder ihre Kinder „in Auftrag geben“. Wir suchen Sponsoren dafür und stellen sicher, dass das Geschenk rechtzeitig zum Weihnachtsfest beim Empfänger oder der Empfängerin ankommt. Dazu gehören auch regionale Initiativen für benachteiligte Kinder. Gerne unterstützen wir auch Weihnachtsfeiern in Gefängnissen mit Engelbaum® Geschenken, zu denen die Familien der Inhaftierten eingeladen sind.

Kinderurlaub
Freizeitpark Besuche

Seit 1989 ermöglichen wir gemeinsam mit unserem Freundeskreis und unseren Unternehmenspartnern alleinerziehenden Müttern die Teilhabe benachteiligter Kinder an unterschiedlichsten Urlaubsprojekten wie Indianercamps, Kanuwandern, Reiterhof-Ferien, Sportcamps, Rollenspiel-Urlaub wie Rittercamps und Freizeitpark Besuche.
Im Rahmen unseres Projekts Kinderurlaub kann auch die alleinerziehende Mutter eines inhaftierten Vaters für Ihr Kind zwischen 7 und 15 Jahren einen wunderbaren Abenteuerurlaub beantragen und zwar genau den Kinderurlaub, den sich ihr Kind sehnlichst wünscht. Denn viele Kinder sind noch nie in Urlaub gefahren.
So helfen wir den meistens alleinerziehenden Müttern, die aktuell schwierige Lebenssituation einer Inhaftierung abzufedern.
Aktuell bauen wir unser Kinder Urlaubsangebot in den Bereichen Abenteuer- , Reiter-, Zirkus- und Sportcamps weiter aus.
Jede berechtigte Mutter kann für Ihr Kind jeden Urlaub, den Sie im Internet findet, für ihr Kind bei uns beantragen. Hierzu haben wir bereits den Verband der Jugendherbergen und die Berlitz Sprachreisen als Kooperationspartner in Deutschland gewinnen können. Mit weiteren Reiseanbietern sind wir in Gesprächen. Zur Zeit programmieren wir die dafür notwendigen Plattformen.
Aufgrund unserer jahrzehntelangen Indianercamp Erfahrung verstehen wir heute Teilhabe erheblich umfassender und organisieren und finanzieren Teilhabe an Kinderurlaub für alle benachteiligten Kinder in Deutschland.
In den letzten 5 Jahren ist die Nachfrage der Mütter nach „Kinderurlaub“ stark  gestiegen. Die 2-jährige Testphase wurde erfolgreich beendet und zur Zeit programmieren wir unser neues Online-Angebot „Kinderurlaub“. Dieses Projekt wird im Januar 2020 online gehen und kann dann von jeder berechtigten Mutter in Anspruch genommen werden.
So ermöglichen wir die Teilhabe an spannenden Urlaubsabenteuern aller benachteiligten Kinder trotz aktuell schwieriger Lebensumstände.

Kinder im Frauenhaus
Übers Jahr

Auf Antrag unterstützen wir Frauenhäuser in ganz Deutschland mit benötigtem fabrikneuen Spielzeug. Im letzten Jahr konnten wir fabrikneues Spielzeug von über 10.000 Euro für Frauenhäuser finanzieren.

Kinder im Frauenhaus
Zu Weihnachten

An Weihnachten im Frauenhaus wohnen zu müssen ist für Kinder eine harte Zeit.
Fernab ihres eigentlichen familiären Umfeldes ohne ihre eigenen Spielsachen spüren sie Kinderarmut noch stärker. Unser Projekt Engelbaum® unterstützt hunderte Kinder in Frauenhäusern mit einem individuell gewünschten wunderbaren Geschenk für ihre Weihnachtsfeier. So wird Kindernot ein klein wenig erträglicher.

Bildungsprojekt „Jedem Kind sein eigenes Buch“

Wozu brauchen Kinder noch Bücher ?
„Während es überall blinkt, piept und flimmert, warnen Pädagogen davor, dass Kinder komplexe Texte nicht mehr verstehen. Das Lesen ist gerade in der digitalen Gesellschaft die Schlüsselkompetenz für gesellschaftliche Teilhabe“. (Quelle: Die Zeit Nr. 13 vom 21.März 2019)
Aktuell planen wir ein neues engagiertes Projekt, um auch benachteiligte Kinder zum Lesen anzuregen und dadurch seine Bildungschancen zu erhöhen. Zur Zeit suchen wir Projektpartner, die gemeinsam mit uns die entsprechende technische Umsetzung begleiten. Nach Projektbeginn erhalten auch Mütter mit inhaftiertem Elternteil exclusiven Zugang zu diesem wichtigen Zukunftsprojekt. Kinder wollen lesend davon träumen, jemand anderes zu sein, ein Mensch, ein Tier ein Fabelwesen, egal. Ein Buch durchbricht die Grenzen seiner Welt. Sie können hineintauchen, eine andere spannende Welt erleben und werden durch spannende Lektüre angeregt, Ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Sie erhöhen ihren Wortschatz und ihre Noten werden besser. So erhöht sich langfristig ihre Chance auf einen spannenden Beruf.
Hierzu braucht es unserer Meinung nach eigene Bücher.
Mit unserem Projekt möchten wir die Zukunftschancen der Kinder erhöhen.

Flüchtlingskinder

Im Jahr 2015 kamen über eine Million Flüchtlinge nach Deutschland, darunter schätzungsweise mehr als 300.000 Kinder. Alle Flüchtlingskinder sind auch von Kinderarmut betroffen. Denn Spielzeug ist das letzte, was die Eltern mit auf die lange Reise durch halb Europa nehmen. In den Flüchtlings-unterkünften fehlt es vielerorts an genügend Spielzeug. Auch die Kinder, deren Asylantrag bereits bearbeitet wurde, finden in ihrem neuen Zuhause kaum genügend Spielzeug.
Vor Ort kümmern sich viele ehrenamtliche Helfer um diese Kinder. Diese engagierten Mitarbeiter unterstützen wir mit Spielzeug. Auch in unserem Projekt gelbaum® helfen wir vielen Flüchtlingsinitiativen bei ihren Weihnachtsfeiern.

Treffpunkt e.V.: Wer kann und wie kann man an Ihren Projekten teilnehmen ?

Mit der Engelbaum® -Teilnahme erhält jede Mutter auch exclusiven Zugang zu vielen kostenlosen Projekten, die ihr helfen, ihre aktuelle schwierige Lebenssituation zu meistern und trotz geringer finanzieller Mittel Ihrem Kind Teilhabe zu ermöglichen und Herzenswünsche zu erfüllen.

Wie funktioniert das für die Mutter in der Praxis ?
Das Vorgehen:
  1. Suchen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind jetzt im Internet einen 1-wöchigen Kinderurlaub aus. Sie können jeden im Internet angebotenen Kinderurlaub beantragen. Damit können Sie schon sofort beginnen. (Bitte aber noch nicht buchen!!!)
  2. Sie melden den gewünschten Kinderurlaub unverbindlich an uns.Nach Prüfung suchen wir über unsere Webseite einen Paten für Ihren gewünschten Ferienplatz. Wenn wir einen Paten für Ihr Kind gefunden haben, bestätigen wir Ihre Teilnahme schriftlich und dann können Sie den Urlaubsplatz für Ihr Kind buchen.Ihre schriftliche Bestätigung des jeweiligen Ausrichters der Ferienmaßnahme senden Sie uns ein und wir überweisen den Reisebetrag. Danach steht einem spannenden Abenteuerurlaub für Ihr Kind nichts mehr im Wege.
  3.  Senden Sie uns Ihren Hartz4 Bescheid und/oder eine andere Unterstützungsbescheinigung umgehend zu.
    Gemeinnützige Vereine unterliegen den Vorschriften der Finanzämter und sind gehalten, die Bedürftigkeit der unterstützten Kinder sicherzustellen. Bitte senden Sie uns zum Nachweis des Bezugs von Sozialleistungen Ihren aktuellen ALG II Bescheid oder Ihren Grundsicherungsbescheid per Post zu. Sobald Ihre Unterlagen vollständig hier vorliegen, erhalten Sie Ihre Patenschaftsnummer. Je schneller Ihre Unterlagen hier vollständig vorliegen, desto größere Wahrscheinlichkeit besteht, einen Paten für Ihren gewünschten Urlaubsplatz zu finden.

Zusammenfassend: Auch Kinder mit inhaftiertem Elternteil können bei Bezug von Sozialleistungen jeden im Internet buchbaren Urlaub beantragen !

Treffpunkt e.V.: Was war Ihr bewegendstes Erlebnis während der letzten 28 Jahren?

In 30 Jahren hatten wir zwar auch einzelne negative Erlebnisse, aber so viele positive Erlebnisse mit dankbaren Müttern und Kindern, dass es mir schwerfällt, einzelne davon herauszupicken.
Eines war sicher unser Besuch bei einer alleinerziehende Mutter mit ihrem 7-jährigen Sohn Markus (Name geändert). Wir waren schockiert. Die Armut, in der diese beiden wertvollen Menschen lebten, schrie zum Himmel. 2 Zimmer, Möbel vom Sperrmüll, keine Gardinen vor den Fenstern, Ofenheizung, Toliette auf dem Gang etc. Es zerriß uns fast das Herz.
So besorgten wir dies und das, unter anderem auch einen Weihnachtsbaum und Essen und Geschenke für Markus und die Mutter. Das war die Initialzündung für unser Projekt Engelbaum®

Treffpunkt e.V.: Wie geht es für Ihren Verein weiter? Haben Sie noch weitere Ideen, die Sie zukünftig umsetzen möchten?

Ja,wir haben noch weitere Ideen und Pläne zu mehr Teilhabe von benachteiligten Kindern und ihren Müttern in Deutschland. Zu gegebener Zeit werden wir diese auf unserer Webseite veröffentlichen.
Durch verschiedene Umstrukturierungen in den letzten 4 Jahren haben wir unsere Nachfolge bereits geregelt. So sind die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, dass unsere Arbeit nahtlos weitergehen kann, wenn wir nicht mehr sind.
Unsere Geschäftsstellewird nach 3 jähriger Umbauphase voraussichtlich Mitte 2020 ins Siegerland nach NRW verlegt. In das gleiche Haus, wo sich auch unsere Senioren Wohnung befindet. So können wir dann unserem jungen Leitungsteam noch möglichst lange mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Unser Herzenswunsch ist es, dass wir gemeinsam mit anderen Organisationen und unseren ehrenamtlich arbeitenden Teams noch möglichst vielen benachteiligten Kindern in Deutschland mehr Teilhabe ermöglichen. Dafür sind wir trotz unserer gesundheitlichen Begrenzungen jeden Tag mit viel Freude unterwegs.

Treffpunkt e.V.: Ich habe gehört, dass über 2.000 Kinder mit Ihren Projekten erreicht werden. Beeindruckend! Wenn jemand Ihre tolle Arbeit unterstützen möchte, wie kann er dies tun?

In dem er sich auf unserer Webseite ein passendes Projekt aussucht und einem benachteiligten Kind durch eine Spende Teilhabe ermöglicht. Unsere Kinder haben keine Lobby und meistens stehen sie im Leben immer hinten.
Mit Ihrer Spende ändern Sie das. Sie bringen viele Kinder ganz nach „vorne“.
Diese Kinder liegen unserer Familie und unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sehr am Herzen. In den vergangenen 30 Jahren haben wir mit vielen unserer Kids Zeit verbracht, gelacht, geweint und sogar getrauert, wenn z.B. ein Elternteil oder eines der Geschwister plötzlich verstarb. Wir haben Kinder an Alkohol und Drogen verloren. Wir haben versucht, 15-jährige Kinder in einer Schwangerschaft zu begleiten usw. usw. 
In jedem unserer Kinder liegt ein Potenzial brach, was es wert ist, sichtbar zu machen und zu fördern.  
Dabei helfen Sie uns mit Ihrer Unterstützung.

Treffpunkt e.V.: Vielen herzlichen Dank und ein großes Lob an Ihr Engagement und Ihre beeindruckende Arbeit!
Wir sind begeistert, was Sie seit Jahrzehnten leisten und wie viele Projekte Sie in die Tat umsetzen konnten. Wir sind gespannt was noch kommen wird. Für die Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute!

50 Jahre Geburtstagsfeier auf Schloß Auerbach

Sehr geehrte Familie Kremer,
wir hatten eine wunderbare 50. Geburtstagsfeier auf Schloss Auerbach an der Bergstraße.
88 Gäste hatten große Freude an Ritterspielen mit Axtwerfen, Bogenschießen und Kirschkernspucken für angehende Ritter und ein Dosenwerfen für die Kleinen. Zur Stärkung gab es danach ein dreistündiges Rittermahl für Groß und Klein.
Herold und sein Gaukler führten uns mit allerlei Kunststücken, Giftproben vom zu reichenden Essen und zum Ende der Feier noch mit einem Ritterschlag durch das Programm. – Es war ein gelungener Tag. Wir konnten für Ihren Verein eine Spende von EUR 2000,- überweisen und würden uns sehr freuen, wenn dieser Betrag für Kinderurlaube eingesetzt werden würde.
Ihnen und Ihren Mitarbeitern wünschen wir viel Kraft und Freude für Ihre Arbeit.

„Fit for Future 2025“

Auf Anregung unserer Gründer Sandy & Wolfgang Kremer hat sich der Vorstand mit den ehrenamtlichen Teams seit 2015 den kommenden Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts gestellt. Im Rahmen unseres Projekts „Fit for Future 2025“ geht es darum, unseren im Jahre 1989 gegründeten Verein Kinderarmut in Deutschland e.V. so zu organisieren, um die in der Zukunftsvision geplanten neuen Kinderprojekte auch bewältigen zu können.
Die Optimierung der Arbeitsabläufe und die Umstrukturierung im organisatorischen Bereich macht gute Fortschritte. Unser WEB-Relaunch führte zu einer grundlegenden Überarbeitung der Internetseiten, um unseren Webauftritt visuell neu zu gestalten und an technische Neuheiten anzupassen. So haben wir unsere Webseiten konsequent für die Nutzung mit Smartphones und Tablets optimiert. Wir möchten so mehr Menschen für die Vision unserer zukünftigen neuen Projekte für benachteiligte Kinder in Deutschland begeistern.

KiD e.V. freut sich sehr über diese Ehrung. Gertrud und Eckhard leiten seit 2000 die von Sandy & Wolfgang Kremer im Jahr 1990 gegründete Gefängnisarbeit in verschiedenen Gefängnissen Deutschlands. Mit viel Herzblut und enormem zeitlichen Einsatz stehen sie oft mehrmals wöchentlich vielen Gefangenen in der JVA Aachen zur Seite. Von ihrer wichtigen Arbeit profitieren besonders die Kinder der inhaftierten Männer durch die Teilnahme an unseren Kinderfreizeiten und kostenlosen Engelbaum Weihnachtsgeschenken. Familie Neubauer arbeitet seit über 17 Jahren in vielen unserer Projekte aktiv mit.

Vorbildlich: NRW Justizminister Thomas Kutschaty hat zum „Tag des Ehrenamtes“ Gertrud und Eckard Neubauer mit einer Urkunde ausgezeichnet. Die 76- und 73-jährigen Ehepartner widmen einen großen Teil ihrer Zeit der langjährigen ehrenamtlichen Betreuung von oftmals schwierigen Gefangenen.

Unterstützen Sie unsere Projekte gegen Kinderarmut

Spenden Überweisung Kinderarmut

Spenden für Kinder in Not

Wir kümmern uns bereits seit 29 Jahren um Kinder in Not in Deutschland. Ihre Spende kommt 100%ig an.

Patenschaften übernehmen

Gemeinsam mit Ihnen können wir vielen in Not geratenen Familien und Kindern in Deutschland helfen.

Helfen Sie als Unternehmen

Ihre Kunden und Geschäftspartner werden Ihr soziales Engagement langfristig würdigen.

Helfen Sie als Bürger

Wir bieten viele und unterschiedliche Möglichkeiten sich bei uns zu engagieren und so Kindern in Not zu helfen.

error

Enjoy this blog? Please spread the word :)